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Verbotene Pestizide in Europas Flüssen

Tests in zehn Ländern finden kein einziges Gewässer ohne Pestizid-Kontamination

Kontaminiertes Wasser: Das Wasser europäischer Flüsse und Kanäle ist mit mehr als hundert verschiedenen Pestiziden kontaminiert – teilweise über die Grenzwerte hinaus, wie jetzt Tests in zehn Ländern enthüllen. Unter den Chemikalien sind auch 24 nicht mehr in der EU zugelassene Substanzen, sowie 21 Tierarzneimittel. Die meisten Pestizide waren Unkrautvernichtungsmittel, aber auch Neonicotinoide waren in erhöhten Dosen vertreten, wie die Forscher berichten.

Vieles, was von uns Menschen ins Abwasser oder in die Umwelt abgegeben wird, landet irgendwann im Boden oder in den Gewässern. Forscher haben schon mehrfach Rückstände von Pestiziden, Arzneimitteln und Kontrastmitteln in Flüssen und Bächen und sogar im Trinkwasser nachgewiesen. Auch multiresistente Bakterien sind in deutschen Gewässern keine Seltenheit mehr.

Wie groß das Ausmaß der Gewässerbelastung in Europa ist, haben nun Forscher erneut mit Stichprobentests überprüft. Für ihre Studie entnahmen sie Wasserproben in 29 Flüssen und Kanälen in zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien Polen und Belgien. Alle Wasserproben wurden auf 245 verschiedene Pestizide und 101 Tierarzneimittel-Wirkstoffe getestet.

Bis zu 70 Pestizide auf einmal

Das Ergebnis: Kein einziges untersuchtes Gewässer war völlig frei von Pestiziden. „Alle europäischen Flüsse und Kanäle in dieser Untersuchung waren mit Mischungen von Pestiziden kontaminiert und in den meisten Fällen auch mit mehreren Tierarzneimitteln“, berichtet Jorge Casado vom Greenpeacelabor an der University of Exeter. Insgesamt wiesen er und sein Team 103 verschiedene Pestizide und 21 Tierarzneimittel im Wasser nach.

Etwa die Hälfte der im Wasser nachgewiesenen Pestizide waren Unkrautvernichtungsmittel, der Rest waren Insektizide oder Fungizide. Fast immer jedoch kamen gleich mehrere dieser Wirkstoffe in einer Wasserprobe vor – ein Kanal in Belgien enthielt sogar 70 Pestizide auf einmal. „Wir wissen, dass viele dieser Pestizide schon einzeln bedenklich sind. Aber wie diese Chemikalien-Mischungen auf die Tierwelt und die menschliche Gesundheit wirken, ist bisher kaum bekannt“, sagt Casado.

24 nicht mehr zugelassene Pestizide

Bedenklich auch: In 13 der 29 Gewässer überschritt die Konzentration von mindestens einem Pestizid die in der EU gültigen Grenzwerte. Besonders häufig galt dies für die gegen Schadinsekten eingesetzten Neonicotinoide Imidacloprid und Clothianidin – beide sind inzwischen für den Freilandeinsatz in der EU verboten. Ebenfalls nicht mehr zugelassen ist das Fungizid Carbendazim. Dennoch wiesen die Forscher dieses Mittel in 93 Prozent ihrer Proben in teilweise hohen Konzentrationen nach.

Insgesamt fanden Casado und sein Team 24 Pestizide in den Flüssen und Kanälen, die in der EU nicht oder nicht mehr zugelassen sind. Wie sie betonen, muss dies jedoch nicht bedeuten, dass Landwirte diese Mittel illegal eingesetzt haben. Viele dieser Rückstände könnten auch aus der Zeit vor dem Verbot stammen oder über noch zugelassene Einsatzweisen in die Umwelt gelangt sein. Allerdings sei die Konzentration einiger dieser Wirkstoffe „bemerkenswert“, so Casado und seine Kollegen.

„Signifikante Bedrohung der aquatischen Umwelt“

Bei den Arzneimittel-Rückständen dominierten Reste von Antibiotika in den Wasserproben, wie die Forscher berichten. Insgesamt wiesen sie 21 verschiedene Medikamenten-Wirkstoffe nach. Besonders häufig vertreten war dabei ein Antibiotikum aus der Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika: Dicloxacillin wurde in zwei Dritteln der Wasserproben nachgewiesen, wie Casado und sein Team berichten.

„Mit unseren Untersuchungen europäischer Gewässer haben wir eine signifikante Bedrohung der aquatischen Umwelt zur Zeit der Probennahme identifiziert“, konstatieren die Forscher. „Wir wissen bis heute nicht, was es für Mensch und Tier bedeutet, wenn sie einer so komplexen und variablen Belastung durch schädliche Chemikalien ausgesetzt sind – selbst dann, wenn einige davon in Konzentrationen vorkommen, die einzeln als nicht bedenklich gelten.“ (Science of the Total Environment, 2019; doi: 10.1016/j.scitotenv.2019.03.207)

Quelle: University of Exeter

Forscher finden Mikroplastik in jedem Mineralwasser

Mit neuen Messmethoden haben Wissenschaftler Mineralwässer auf besonders kleine Plastikpartikel untersucht. Das Ergebnis hat selbst die Forscher überrascht

Mikroplastik treibt nicht nur in Flüssen, Seen und Ozeanen. Auch in unserem Mineralwasser schwimmen feinste Plastikpartikel, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Das zeigt eine Laboruntersuchung, die vom „Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe“ durchgeführt wurde. Mit neuen, extrem feinen Messmethoden haben die Wissenschaftler 38 Mineralwässer unter die Lupe genommen: 22 Wasser aus Mehrweg- und Einwegflaschen aus PET, drei aus Getränkekartons und neun aus Glasflaschen wurden einer sogenannten Raman-Mikrospektroskopie unterzogen.

Das Ergebnis: Sämtliche Proben waren mit Mikroplastik belastet. Rund 80 Prozent der gefundenen Plastikteilchen lagen im kleinsten untersuchten Grössenbereich und schwankten zwischen 5 bis 20 Mikrometer. „Die erste Studie zu Mikroplastik in Mineralwasser zeigt, dass uns das Thema direkter betrifft, als bisher angenommen“, heisst es in einer Veröffentlichung der Forscher.

Die meisten Partikel wurden in Wasser aus PET-Mehrwegflaschen gefunden – im Schnitt 120 Plastikpartikel pro Liter. Der Höchstwert lag bei über 200 Partikeln. Aufgrund der Art der gefundenen Kunststoffe – vor allem Polyethylenterephthalat (PET) und Polypropylen (PP) – sei davon auszugehen, dass diese grösstenteils aus der Flaschenhülle, zum Teil aber auch aus der Verschlusskappe stammen und nicht schon vorher im Wasser enthalten waren. Denn: Mehrwegflaschen sind aus PET und Deckel aus PP hergestellt. Auch die im Wasser der Getränkekartons gefundenen Partikel deuten darauf hin, dass sie von den Verpackungen selbst abgegeben wurden.

Mikroplastik auch in Glasflaschen

Die Ergebnisse zeigten, „dass Kunststoffverpackungen ebenfalls Mikroplastikpartikel emittieren können, die direkt vom Verbraucher aufgenommen werden.“ Vor diesem Hintergrund empfehlen die Wissenschaftler: „Weitergehende Forschung und Analysen sollten insbesondere für in Plastik verpackte Nahrungsmittel in dem unteren Mikrometerbereich <50 µm erfolgen.“ Überraschend für die Forscher war der hohe Mikroplastikgehalt einiger Glasflaschen, wobei es hier Schwankungen zwischen den verschiedenen Flaschen gab – und zwar selbst innerhalb einer Sorte. Möglicherweise sei die Ursache dafür im Herstellungsprozess zu finden.

Gefahr von Mikroplastik für den Menschen kaum untersucht.

Über die Auswirkungen auf den Menschen ist bisher nur wenig bekannt. Entsprechende Langzeitstudien fehlen. Giftig scheint das im Mineralwasser gefundene Mikroplastik für den Menschen nicht zu sein, erklärte Darena Schymanski, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen, gegenüber Deutschlandfunk. Möglich sei allerdings, dass sich Anreicherungen bilden. „Was denkbar wäre, ist, dass man das Ganze wie einen Fremdkörper betrachten muss. Und Abwehrreaktionen des Körpers mit Entzündungen sind da nicht auszuschliessen. Aber das ist sehr schwierig einzuschätzen, weil noch keine Studien vorliegen.“ Bei Meeresorganismen, etwa bei Wattwürmern, konnten Untersuchungen Gewebeveränderungen und Entzündungsreaktionen bereits nachweisen.

Quellennachweis: 

  • https://m.geo.de/natur/nachhaltigkeit/18317-rtkl-laborergebnisse-forscher-finden-mikroplastik-jedem-mineralwasser?fbclid=IwAR31edvS3EuutgoUKylf7kOaQai5kaFuDMtrdL8rB3EtknJgZjjG5K1YE9E
  • Photo by Ishan @seefromthesky on Unsplash

WaterBattle: Wasser ist nicht gleich Wasser

Umuntu – bedeutet so viel wie Menschlichkeit. Insbesondere meint Umuntu, dass der Mensch nicht in Isolation leben kann. In dem Wort steckt etwas von Vernetzung. Als Mensch kann man nicht nur für sich leben. Und wenn man diese Gabe, nämlich Umuntu hat, dann ist man bekannt für seine Grosszügigkeit.

Viel zu oft sehen wir uns nur als Individuen, die getrennt voneinander leben. Dabei sind wir alle verbunden und was ein Einzelner tut, betrifft die ganze Welt. Wenn man seine Sache gut macht, dann breitet sich das auf die gesamte Menschheit aus.

In seinem Ursprung ist Umuntu eine Ideologie. Aber im Gegensatz zu den meisten Ideologien, die immer auch einige negative Assoziationen mit sich führen, wie Naivität, falsche Ansichten oder unnützem Optimismus, verkörpert Umuntu ein Konzept, nach dem es sich zu streben lohnt. So wie die Menschen miteinander verbunden sind, sei es auf sozialer, politischer oder sonstiger Ebene – so betreffen unsere Taten auch unsere Mitmenschen. Umuntu sieht genau das und zeigt, wie wir uns moralisch richtig verhalten sollten, im Sinn des Allgemeinwohls, da alles und egal was wir tun auch Konsequenzen auf die Menschen um uns herum hat.

Umuntu – weil sauberes Wasser ein Menschenrecht ist.

Uni Wien: Mikroplastik im Menschen nachgewiesen

  • Plastik in Gewässern wie auch in Böden wird immer mehr zum Problem.
  • Forscher haben winzige Plastikpartikel nun auch in menschlichen Stuhlproben gefunden – und zwar bei Probanden weltweit.
  • Über die Folgen für die Gesundheit ist bislang wenig bekannt.

In einer Pilotstudie haben Forscher aus Österreich nach eigenen Angaben erstmals Mikroplastik im Darm von Menschen nachgewiesen. Die Kunststoffpartikel wurden in Stuhlproben von allen acht Studienteilnehmern gefunden, wie die Medizinische Universität Wien und das österreichische Umweltbundesamt am Dienstag mitteilten. Die Details der Untersuchung sollen am Dienstag auf einem Kongress in Wien präsentiert werden.

Die Probanden im Alter zwischen 33 und 65 Jahren, die auf verschiedenen Kontinenten leben und sich nicht kennen, führten demnach eine Woche lang ein Ernährungstagebuch und gaben anschließend die Probe ab. Alle Teilnehmer nahmen in dieser Zeit in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen zu sich, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Uni Wien und des österreichischen Umweltbundesamtes. Die Mehrzahl der Probanden aß auch Fisch oder Meeresfrüchte, niemand ernährte sich ausschließlich vegetarisch.

Die Experten des Umweltbundesamtes durchsuchten im Labor den Stuhl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach zehn der weltweit meist verbreiteten Kunststoffe. Bei allen acht Personen fanden die Forscher Mikroplastik im Stuhl, im Mittel waren es 20 Mikroplastik-Teilchen pro 10 Gramm Darminhalt. „In unserem Labor konnten wir neun verschiedene Kunststoffarten in der Größe von 50 bis 500 Mikrometer nachweisen“, erklärt Bettina Liebmann, die für Mikroplastik-Analysen zuständige Expertin im Umweltbundesamt. Vor allem die Vielfalt der Kunststoffe habe sie überrascht. Am häufigsten fanden sich Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) in den Proben.

Ein Zusammenhang zwischen dem Ernährungsverhalten und einer Belastung mit Mikroplastik konnten die Wissenschaftler wegen der kleinen Zahl von Versuchsteilnehmern nicht herstellen. Nach Liebmanns Angaben ist vor der Studie noch nicht viel zum Thema Mikroplastik im Menschen bekannt gewesen. Nach der Präsentation der Daten auf dem Kongress soll bald die wissenschaftliche Publikation der Studie folgen. Geplant ist zudem eine größer angelegte Untersuchung, um die Auswirkungen der Partikel auf den menschlichen Organismus zu ermitteln.

Plastikwasser? Nicht mit uns

Die einzigartige Umuntu PureWater Filtrationstechnologie wurde auf über 500 Schadstoffe getestet, darunter Partikelgrössen wie Mikroplastik.

Alle getesteten Schadstoffe konnten durch das unabhängige und zertifizierten Labor nicht nachgewiesen werden. Ermöglicht wird diese hohe Reaktionsrate durch die spezielle Umuntu Öko-Membran. Weitere Informationen auf: www.umuntu.ch

Quellennachweis:

  • https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/mikroplastik-mensch-1.4181146

PCB: Umweltgift gefährdet Orcas

Etlichen Walpopulationen droht der Kollaps

Fatale Vergiftung: Die Belastung mit dem Umweltgift PCB könnte Orcas in vielen Teilen der Welt zum Verhängnis werden. Wie eine aktuelle Studie zeigt, leidet mehr als die Hälfte der globalen Populationen merklich unter den Folgen dieses toxischen Erbes – besonders gefährdet sind zum Beispiel Killerwale in Japan, Brasilien und Europa. Diesen Populationen könnte schon in wenigen Jahrzehnten der totale Kollaps drohen, warnen die Forscher im Fachmagazin „Science“.

Polychlorierte Biphenyle (PCB) gehören zum „Dreckigen Dutzend“ der hochgiftigen und krebserregenden Umweltgifte. Der Einsatz dieser organischen Chlorverbindungen wurde 2001 weltweit verboten – in den USA und Europa werden die Schadstoffe sogar bereits seit den 1980er Jahren kaum mehr verwendet. Weil Polychlorierte Biphenyle kaum abbaubar sind und sich in der Nahrungskette anreichern, lassen sie sich jedoch bis heute in Böden, in Gletschereis und auch im Körper zahlreicher Lebewesen nachweisen – allen voran in Meeressäugern.

Besonders belastet sind dabei Killerwale. Der Grund: Orcas stehen als Spitzenjäger der Meere am oberen Ende der Nahrungskette, weshalb sich das Gift bei ihnen in großen Mengen anreichert. Außerdem geben weibliche Tiere die Belastung über die Muttermilch an ihren Nachwuchs weiter. Forscher haben im Blubber von Killerwalen schon früher vereinzelt PCB-Konzentrationen von 1.300 Milligramm pro Kilogramm Fettgewebe nachgewiesen. Bereits ab einer Belastung zwischen 40 und 50 Milligramm drohen den Tieren Infekte, Immunstörungen und Unfruchtbarkeit.

Belastete Meeressäuger

Wie sehr aber gefährden die Umweltgifte die globalen Populationen dieser Meeressäuger wirklich? Dieser drängenden Frage haben sich nun Jean-Pierre Desforges von der Universität Aarhus und seine Kollegen gewidmet. Dazu sammelten die Wissenschaftler zunächst Daten zur Belastung der Wale – insgesamt standen ihnen Blubber-PCB-Konzentrationen von 351 Orcas aus unterschiedlichen Teilen der Welt zur Verfügung.

Gemeinsam mit Schätzungen zum Populationsbestand und Daten zu den toxikologischen Effekten der Umweltgifte nutzten sie diese Informationen für eine Modellberechnung: Wie wird sich PCB in den kommenden 100 Jahren auf die Entwicklung der Killerwal-Populationen auswirken?

Kaum noch Nachwuchs

Das erschreckende Ergebnis: Zehn der 19 untersuchten Populationen schrumpfen rapide und werden dies auch in Zukunft tun – als Folge könnten die Killerwale schon in wenigen Jahrzehnten aus einigen Regionen komplett verschwunden sein. „Wir sehen, dass mehr als die Hälfte der Orca-Populationen extrem durch Polychlorierte Biphenyle beeinträchtigt werden“, sagt Desforges.

Besonders prekär ist die Lage demnach in den Gewässern rund um Brasilien, in der Straße von Gibraltar, im nordöstlichen Pazifik sowie rund um Großbritannien. In diesen Gegenden liegt die Belastung der Wale durchweg über dem kritischen Wert von 40 Milligramm pro Kilogramm. „Wir beobachten dort nur noch sehr selten Neugeborene“, sagt Mitautorin Ailsa Hall von der University of St. Andrews. Die mangelnde Fortpflanzung zeigt sich unter anderem rund um die Britischen Inseln eindrücklich: Dort zählt die verbleibende Population schätzungsweise noch zehn Individuen.

Kurz vor dem Kollaps

Der Prognose nach ist das Risiko groß, dass die Populationen in den nun identifizierten Gefährdungsbereichen innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre kollabieren werden. Warum das Schicksal ausgerechnet für diese Orcas so düster aussieht, lässt sich leicht erklären: Sie leben in der Nähe hoch-industrialisierter Gebiete, die PCB einst in großem Maßstab produzierten und nutzten.

Daneben spielt auch die Ernährung eine Rolle: Killerwale, die vor allem Robben und andere in der Nahrungskette weit oben stehende Meeressäuger fressen, sind gefährdeter als solche, bei denen vorwiegend Fisch auf dem Speiseplan steht. So sind manche auf Robben spezialisierte Orcas im Nordostpazifik beispielsweise zehn- bis zwanzigmal so stark belastet wie ihre fischfressenden Verwandten, die entlang derselben Küsten leben.

Nach wie vor freigesetzt

Insgesamt zeichnet die Studie ein besorgniserregendes Bild zur Zukunft der Killerwale. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: In den Walrevieren rund um die Färöer-Inseln, Island, Norwegen, Alaska und die Antarktis ist PCB-Belastung deutlich niedriger und die Populationen wachsen – auch in den kommenden 100 Jahren, wie die Modelle prognostizieren.

„Alles in allem zeigt sich allerdings, dass Maßnahmen zum Schutz der Orcas durch die immer noch problematischen PCB-Konzentrationen merklich behindert werden“, schreiben die Wissenschaftler. „Dies macht deutlich, dass wir nicht genug getan haben, um die Anreicherung dieser Umweltgifte in langlebigen und besonders gefährdeten Arten wie dem Killerwal zu verhindern. Wir brauchen dringend weitere Initiativen“, fordert Mitautor Paul Jepson von der Zoological Society of London.

Tatsächlich lässt sich auch heute noch etwas gegen die Belastung tun. Denn die organischen Schadstoffe werden nach wie vor freigesetzt – zum Beispiel, wenn kontaminierte Gebäude abgerissen oder andere PCB-haltige Materialien unsachgemäß entsorgt werden.

(Bild: Copyright Universität Aarhus)

Mikroplastik ist überall: 83 Prozent unseres Trinkwassers ist verseucht

Fast alle Trinkwasserproben enthielten Mikroplastik

Dass die Meere voller Plastikmüll sind, ist hinlänglich bekannt. Doch auch unser Trinkwasser ist mit Mikroplastik verseucht. Weltweit enthalten 83 Prozent des Leitungswassers winzige Plastikteile, die auf diesem Weg ungehindert in unseren Körper gelangen. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind wenig erforscht. Was man weiss, verheisst jedoch nichts Gutes.

In Europa ist die Belastung mit Mikroplastik am geringsten

Eine Studie des Journalistennetzwerks ‚OrbMedia‘ kam zu dem erschreckenden Ergebnis, dass ein Grossteil des Trinkwassers auf der Welt mit Plastikteilchen belastet ist. Dabei haben wir in Europa noch Glück, denn hier ist die Belastung mit durchschnittlich 72 Prozent am geringsten. USA und Libanon sind, was Plastik im Leitungswasser angeht, absolute Spitzenreiter: 94 Prozent der Proben sind verseucht.

Woher kommt das Mikroplastik im Trinkwasser?

Die winzigen Plastikpartikel sind so klein, dass herkömmliche Kläranlagen sie nicht aus dem Wasser herausfiltern können. Die kleinen Fasern entstehen beispielsweise beim Waschen von synthetischer Kleidung. Die Plastikfäden brechen und reiben sich immer weiter ab und gelangen über die Kanalisation in den Wasserkreislauf. Auch in Zahnpasta, Kosmetik oder Wandfarbe sind winzig kleine Plastikteilchen enthalten, die früher oder später in unserem Trinkwasser landen.

Auch die immer weiter wachsenden Müllberge sind ein Problem, denn Plastik zersetzt sich nicht so einfach. Bis eine Plastikflasche vollständig zersetzt ist, dauert es laut der ‚Initiative Mikroplastik‘ 450 Jahre. Vorher wird die Flasche von der Witterung aber in mikroskopisch kleine Teile zerrieben, die über das Trinkwasser auch in unseren Körper gelangen.

Welche Auswirkungen hat das Mikroplastik auf die Gesundheit

Was das Mikroplastik im menschlichen Körper anrichtet, ist erst wenig erforscht. Doch dass die zusätzliche Belastung nicht gesund ist, liegt auf der Hand. PET, woraus viele Flaschen gemacht sind, setzt zum Beispiel Giftstoffe frei, wenn es Wärme und Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, erklären die Autoren der Studie. PVC, das in vielen Verpackungen und Spielzeugen enthalten ist, gibt bereits bei Kontakt mit Wasser giftige Chemikalien ab. Und auch HDPE – ebenfalls ein Verpackungsmaterial – steht im Verdacht Brustkrebs, Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs auszulösen.

So kann man Mikroplastik im Alltag vermeiden

Ein Grossteil des Mikroplastiks im Trinkwasser wird laut den Forschern zwar von der Industrie produziert. Aber auch jeder einzelne kann einen Beitrag leisten, um die Wasserqualität zu erhalten. So kann man versuchen, Plastikmüll im Alltag zu reduzieren, zum Beispiel indem man sich einen Trinkwasserfilter wie von der Umuntu GmbH anschafft, damit sich Plastikkonsum von Flaschenwasser auf Null reduziert. Pro Person können durch den Einsatz eines Trinkwasserfilters mindestens 500 Plastikflaschen eingespart werden. Dank der speziellen Umuntu-Technologie wird Mikroplastik und über 500 weitere Schadstoffe zu 99% aus dem Trinkwasser entfernt.

Quelle: http://time.com/4928759/plastic-fiber-tap-water-study/)

Trinkwasser wird nicht privatisiert

Trinkwasser wird nicht privatisiert

Als Reaktion auf Proteste gegen eine befürchtete Privatisierung von Trinkwasser in Deutschland will EU-Kommissar Michel Barnier die Wasserversorgung von der umstrittenen EU-Konzessionsrichtlinie ausnehmen.

„Obwohl ein solches Risiko niemals bestand, haben die Bürgerinnen und Bürger in der Tat diesen Eindruck gewonnen und ihre Sichtweise zu diesem Thema sehr klar zum Ausdruck gebracht“, erklärte Barnier in Luxemburg. „Deshalb wäre es meiner Ansicht nach am besten, die Wasserversorgung vom Anwendungsbereich der Konzessionsrichtlinie auszunehmen.“

Kommission beugt sich dem Druck

Trotz zahlreicher Änderungen sei der „zu der Auffassung gekommen, dass der derzeitige Text zur Wasserversorgung niemanden zufriedenstellt: Er vermittelt nicht die von den Bürgerinnen und Bürgern erwarteten Garantien und würde obendrein zu einer Fragmentierung des Binnenmarkts führen“, teilte der Franzose mit.

Auslöser der Debatte war das Vorhaben Barniers, in der gesamten EU einheitliche Regeln zur Vergabe von Konzessionen für Dienstleistungen wie die Wasserversorgung zu schaffen. Ziel sind der Kommission zufolge Wettbewerb und Chancengleichheit zwischen Unternehmen, aber in Zeiten leerer öffentlicher Kassen auch eine bessere Kontrolle über die Verwendung von Steuergeldern.

Die Konzessionsrichtlinie regelt nun noch hauptsächlich die Vergabe öffentlicher Aufträge im Bereich Energie und Wärme. Solche Vergabeschriften sollen Mauscheleien bei öffentlichen Aufträgen verhindern.

Kommission beugt sich dem Druck

In Deutschland hatten die Pläne Befürchtungen ausgelöst, die EU-Pläne könnten dazu führen, dass Kommunen die Versorgung ihrer Bürger mit Trinkwasser an private Unternehmen abgeben müssen und somit die Kontrolle über Preis und Qualität verlieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte davor gewarnt. Verbraucherministerin Ilse Aigner äußerte sich erfreut über die Entscheidung: Wasser sei keine Ware wie jede andere, „sondern unser wichtigstes Lebensmittel“, erklärte sie. Bei der Wasserversorgung gehe es um den Kern kommunaler Daseinsvorsorge. Das solle vor Ort entschieden werden, nicht in Brüssel. „Es ist gut, dass die EU-Kommission eingelenkt hat.“

Im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative für ein Menschenrecht auf Wasser unterzeichneten mehr als 1,5 Millionen Menschen einen Aufruf für einen freien Zugang zu Wasser und zur sanitären Grundversorgung. Die Initiative protestierte auch gegen die EU-Gesetzespläne zur Liberalisierung der Wasserwirtschaft. Da mehr als eine Million Menschen in sieben EU-Ländern ihre Unterschrift leisteten, konnte die Initiative nun die EU-Kommission zum Handeln auffordern.

Quellennachweise:

Mikroplastik im Mittelmeer

Jeden Sommer bringen die Urlauber an den Stränden des Mittelmeers eine riesige Welle von Meeresabfällen mit sich. Touristen verursachen jeden Sommer einen 40 prozentigen Anstieg des Kunststoffs, der in das Mittelmeer eindringt.

Ein neuer vom WWF veröffentlichter Bericht wurde im Mittelmeer veröffentlicht, der zu 95 Prozent aus Kunststoff besteht. Zu den schlimmsten Übeltätern für Plastikverschmutzung zählten die Türkei, Spanien, Italien, Ägypten und Frankreich – Länder, die dieses Jahr mehr als 34 Millionen Briten besuchen. Obwohl das Mittelmeer mehr Aufmerksamkeit erhalten hat als die berüchtigten „Müllflecken“, die sich in grossen Ozeanen bilden, wurde es von Wissenschaftlern als eine der am stärksten bedrohten Regionen durch Meeresmüll beschrieben.

„Die Mikroplastik, die im Mittelmeer gefunden wurde, war fast viermal höher als die der Plastikinsel im Nordpazifik“ – Lyndsey Dodds, Leiter der Meerespolitik beim WWF

Während das Mittelmeer nur 1 Prozent des weltweiten Wassers enthält, enthält es 7 Prozent aller weltweiten Mikroplastikabfälle. Viele Faktoren machen dies möglich“, sagte Dr. David Barnes vom British Antarctic Survey, dessen Forschung zum WWF-Bericht beigetragen hat.

Das Mittelmeer ist eine Region hoher anthropogener Belastungen. Kunststoffe sammeln sich in grossen Mengen im halbgeschlossenen Meer an, wo sie sich über lange Zeiträume zu immer kleineren Fragmenten zersetzen. Zunehmender Abbau und Verfall des Kunststoffmaterials“ – Dr. Barnes 

Mikroplastik – winzige Bruchstücke, die aus Kosmetika, Kleidung oder dem Abbau von grösseren Kunststoffen stammen können – haben eine allgegenwärtige Bedrohung, mit Proben von Meereis an beiden Polen, die Spuren davon aufweisen. Obwohl sich Wissenschaftler nicht über die Auswirkungen von Mikroplastik im Klaren sind, gibt es Bedenken, dass sie sich in der Nahrungskette anreichern und zu gesundheitlichen Problemen für Tiere und potenzielle Menschen führen werden. Dies scheint sich bei den Finnwalen des Pelagos Sanctuary im nordwestlichen Mittelmeerraum abzuzeichnen.

Das Gewebe dieser Riesensäugetiere weist Phthalate auf, die fünfmal höher sind als die von weniger kontaminierten Regionen. Dieses Volumen, das 66.000 Müllwagen entspricht, stellt eine grosse Bedrohung für Meereslebewesen dar, die sich in Plastik verfangen oder es verzehren können, nachdem sie es als Nahrung missverstanden haben. Dem Bericht zufolge ist Europa zu einem der grössten Kunststoffproduzenten der Welt geworden – an zweiter Stelle nach China.

„Die Vögel, Fische und Schildkröten des Mittelmeers ersticken an Plastik. Deshalb bitten wir die Leute, darüber nachzudenken, wie sie die Menge an Einweg-Plastik, die sie verwenden, reduzieren und in den Urlaub schmeissen können.“– Fabio Hüther & Umuntu Team 

Quellennachweise

  • https://www.researchgate.net/publication/291185927_Microplastics_in_the_Mediterranean_Sea_Deposition_in_coastal_shallow_sediments_spatial_variation_and_preferential_grain_size
  • head picture from JOHN HOLCROFT / GETTY IMAGES

Raus mit Pestiziden, rein mit Wildblumen

Wildblumenstreifen ermöglichen die Ausbreitung von schädlingsfressenden Insekten auf den Feldern und reduzieren so den Bedarf an Pestiziden. 

Von roten Mohnblumen bis hin zu blauen Kornblumen sind diese Wildblumen, die sich durch ein Feld in der Schweiz schlängeln, kein malerischer Zufall. Sie bilden einen von 100 Streifen, die dort durch die Felder gepflanzt werden, um die natürlichen Räuber von Schädlingen zu fördern und so den Bedarf an Pestiziden zu reduzieren.

Massgeschneiderte Blumenstreifen ermöglichen es schädlingsfressenden Insekten, sich durch die Felder zu bewegen, anstatt sich auf den Umfang zu beschränken. In einem ähnlichen Projekt in England wurden auf 15 grossen Ackerbaubetrieben in Mittel- und Ostteil des Landes Blumen wie Ochsenauge, Rotklee, Ambrosia und Wildkarotte gepflanzt. Die Streifen werden fünf Jahre lang im Rahmen einer Studie des Centre for Ecology and Hydrology (CEH) – der ersten ihrer Art in Grossbritannien – überwacht.

Achieving Sustainable Agricultural Systems ist eine fünfjährige Forschungsinvestition der britischen Regierung in Höhe von 11 Millionen Pfund, die Wissenschaftler und „Industrie-Innovatoren“ zusammenbringt, um daran zu arbeiten, die Landwirtschaft effizienter, nachhaltiger und widerstandsfähiger gegen künftige Schocks zu machen. Die Verwendung von Wildblumenrändern zur Unterstützung von Insekten wie Laufkäfern, parasitären Wespen und Schwebfliegen reduziert nachweislich die Schädlingszahlen in den Kulturen und steigert sogar die Erträge.

Da GPS-gesteuerte Erntemaschinen jetzt sehr präzise ernten können, lassen sich Blumenstreifen auf den Feldern vermeiden, die das ganze Jahr über als Zufluchtsort für Insekten dienen. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die natürliche Schädlingsbekämpfung von den Rändern grosser Ackerflächen schnell abfällt. Wir hoffen, dass die Aussaat von Blumenstreifen durch die Mitte der Felder als’Raubtierautobahnen‘ die Vorteile der natürlichen Schädlingsbekämpfung in die Mitte der Felder bringen wird“, sagte Prof. Richard Pywell von CEH.

Wirksame und belastbare Strategien für den künftigen Pflanzenschutz müssen wirklich ganzheitlich sein

„Die Palette konventioneller Pestizide, die von Landwirten zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten eingesetzt werden, wird immer kleiner. Dies spiegelt den wachsenden öffentlichen und politischen Druck wider, den Einsatz von Pestiziden aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Gefährdung der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu reduzieren. Dazu kommt, dass immer mehr Schädlinge gegen Pestizide resistent werden und weniger neue Pestizide entwickelt werden, weil die Kosten für Entdeckung und Entwicklung immer höher werden.“

Es ist daher ein guter Zeitpunkt, so Pywell, Strategien für den Pflanzenschutz zu überdenken. „Wirksame und belastbare zukünftige Pflanzenschutzstrategien müssen wirklich ganzheitlich sein und die Integration einer Reihe von Bekämpfungsmethoden erfordern – eine Grundvoraussetzung dafür sollte die Förderung einer guten natürlichen Schädlingsbekämpfung sein“.

Mit einer erwarteten Weltbevölkerung von 9,7 Milliarden Menschen bis 2050 erforschen Wissenschaftler, wie mehr Nahrungsmittel mit weniger Umweltbelastung angebaut werden können. Pywell und sein Team glauben, dass die nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft eine Lösung sein könnte.

„Dies ist ein beispielloser Versuch in Bezug auf den Umfang und wird es uns ermöglichen zu verstehen, unter welchen Anbaubedingungen und für welche Optionen des Pflanzenschutzes diese wirksam bei der Schädlingsbekämpfung sein können“, sagte er. „Unser Ziel ist es nicht, Pestizide zu ersetzen, sondern andere Bewirtschaftungsoptionen anzubieten, die es den Landwirten ermöglichen, weniger abhängig von ihnen zu sein.“

Costa Rica: verbietet fossile Brennstoffe und wird die erste dekarbonisierte Gesellschaft der Welt

Während seiner Antrittsrede letzte Woche kündigte der neue Präsident von Costa Rica einen ehrgeizigen Plan an, um das Land zu einem Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel zu machen.

Als Tausende von Wählern in San Jose für die Einführungszeremonie des 38-jährigen Carlos Alvarado zusammentrafen, kündigte er seine Absichten an, die Verwendung fossiler Brennstoffe vollständig zu verbieten und Costa Rica zum ersten Land der Welt zu machen, das eine Dekarbonisierung anstrebt.

„Die Dekarbonisierung ist die grosse Aufgabe unserer Generation und Costa Rica muss eines der ersten Länder auf der Welt sein, um es zu erreichen, wenn nicht das erste“, sagt der Präsident.

Er fügte hinzu: „Wir haben die gigantische und schöne Aufgabe, die Nutzung fossiler Brennstoffe in unserer Wirtschaft abzuschaffen, um Platz für den Einsatz sauberer und erneuerbarer Energien zu schaffen.“

Der Präsident plant die Umsetzung des Verbots fossiler Brennstoffe im Jahr 2021, das Costa Ricas 200. Jahr der Unabhängigkeit markiert.

„Wenn wir 200 Jahre unabhängiges Leben erreichen, werden wir Costa Rica nach vorne bringen und feiern … dass wir Benzin und Diesel von unserem Transport entfernt haben“, versprach Alvarado.

Während das Verbot möglicherweise unrealistisch erscheint, wurde Costa Rica bereits dafür beworben, 99% seines Energiebedarfs durch erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft, Wind, Sonne und Geothermie zu decken.

Experten sagen, dass einer der letzten grossen Schritte für die Dekarbonisierung des Landes die Beseitigung fossiler Brennstoffe aus öffentlichen Verkehrsmitteln ist, die einen grossen Teil der CO2-Emissionen von Costa Rica ausmachen.

Quellennachweise: 

  • https://www.independent.co.uk/environment/costa-rica-fossil-fuels-ban-president-carlos-alvarado-climate-change-global-warming-a8344541.html
  • Picture: Pixabay